Elterninfo

Joan K. Rowlings Romane ihrer Harry-Potter-Heptalogie erschienen im Abstand von mindestens einem Jahr und „wuchsen“ mit ihren ersten LeserInnen mit. Wer 1997 mit elfjährigen Augen (also im Alter des Protagonisten) den ersten Band verschlang, war beim letzten Band 21 (und damit 4 Jahre älter als Harry). Die Lebenszeit zwischen den Publikationen dürfte zweifelsohne den Leseratten der ersten Stunde genügend Zuwachs an Erfahrungen, kognitiver Entwicklung und Medienkompetenz geboten haben, um sowohl mit den wachsenden Umfängen der Romane, als auch den gesteigerten Gefahren und dem höheren Spannungserleben umgehen zu können.
Für alle jungen LeserInnen, die später der Pottermanie verfielen, gestaltet sich die Leseerfahrung natürlich anders, aber auch sie müssen sich immerhin zunächst durch die vielen Seiten eines jeden Bandes durchlesen, bis es die nächste Stufe zu erklimmen gilt, bis aus den Kinderbüchern allmählich Jugendbücher werden.
Auch in den Verfilmungen wird der allmähliche Wandel von Kinder- respektive Familienfilmen zum Jugendfilm vollzogen, allerdings fehlt hier die Zugangsbarriere, die man bei Büchern hat. Die Altersbeschränkungen der FSK leisten daher die wichtige Aufgabe zu gewährleisten, dass Kinder sich durch das Gesehene nicht überfordert fühlen und nachhaltig geängstigt werden. Allerdings lassen die Freigabebestimmungen nur grobe Differenzierungen zu und sind von Altersempfehlungen strikt zu unterscheiden.
Der zweite Harry-Potter-Film, der in Deutschland nur in einer gekürzten Fassung die Freigabe ab 6 Jahren erhalten konnte, nähert sich dem Jugendfilm bereits so stark an, dass er für Kinder im Grundschulalter nicht zu empfehlen ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Film nicht nur deutlich düsterer und spannungsreicher ausfällt als sein Vorgänger; er stellt auch höhere Anforderungen an die Verstehensleistung der Kinder. Die Auflösung des Rätsels um die Angriffe dürfte auch für 10-Jährige noch eine Herausforderung darstellen, insbesondere wenn sie das Buch nicht kennen.
Trotz der beschriebenen Problematik kann die Entscheidung für eine Freigabe für unter 12-Jährige durchaus nachvollzogen werden, nicht zuletzt da der Film das wichtige Thema Rassismus in verständlicher Weise einführt und Harry und seine Freunde klar Position gegen Diskriminierungen und Vorverurteilungen beziehen. Begünstigend für eine Verarbeitung ängstigender Inhalte wirkt sich ebenfalls aus, dass die Geschehnisse eindeutig in einer fiktionalen Welt verortet werden können. Zudem lockern humorvolle Szenen den Film auf; auch bieten die Freunde Harry, Ron und Hermine positive Identifikationsmöglichkeiten und überwinden die eigenen Ängste, um anderen in der Not beizustehen.
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Dieser Film hat von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) das
Prädikat
„wertvoll“ erhalten. Die Begründung finden Sie hier.
Die FBW wurde 1951 als gutachterliche Einrichtung aller Bundesländer
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„besonders wertvoll" aus.
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