Filmlexikon

Anime

Als Anime bezeichnet man in Japan alle Animationsfilme. Außerhalb von Japan aber – also auch in Deutschland – sagt man Anime nur zu Zeichentrickfilmen und computeranimierten Filmen, die in Japan gedreht wurden (wie zum Beispiel „Mein Nachbar Totoro“ oder „Ame & Yuki – Die Wolfskinder“). Das liegt vor allem daran, dass diese anders als Trickfilme aus anderen Ländern aussehen. Auch die Geschichten der Filme unterscheiden sich deutlich.

Ein paar besondere Merkmale, wie Animes aussehen:

  • Animes sind meistens Zeichentrickfilme und werden in Handarbeit hergestellt. Der Einsatz von Computeranimationen für bestimmte Effekte spielt zwar eine immer wichtigere Rolle, aber reine Computeranimationen sind noch eher selten.
  • Oft haben die Figuren besonders große Augen. Durch diese kann gut gezeigt werden, wie sie sich gerade fühlen.
  • Die Figuren sind einfach und mit klaren Linien gezeichnet. Die Hintergrundzeichnungen jedoch sehen wirklichkeitsnah aus und sind sehr detailliert.
  • Manche Körperhaltungen der Figuren haben eine symbolische Bedeutung: Wer die Hand am Hinterkopf hält, ist zum Beispiel schüchtern. Wer knallrot anläuft, schämt sich. Schweißtropfen wiederum verdeutlichen eine große Anstrengung. Mit wenigen Bewegungen können die Eigenschaften oder Gefühle von Figuren so ganz schnell gezeigt werden.

Ein paar besondere Merkmale, wie die Geschichten in Animes erzählt werden:

  • Animes erzählen Geschichten von Menschen. Sprechende Tiere sind sehr selten.
  • Meistens gibt es keine Gegenüberstellung von guten oder bösen Figuren. Auch Figuren, die erst als Schurken auftreten, können sehr liebenswert sein. Und auch Helden haben Fehler und Schwächen.
  • In vielen Animes geht es um den Schutz der Umwelt. Das liegt daran, dass es in Japan einige schwere Umweltkatastrophen gab.
  • Manche Animes erzählen Geschichten über den Krieg oder über das Sterben. Der Tod wird nicht ausgeblendet, sondern gehört zum Leben. Deshalb sind manche Animes wie etwa „Die letzten Glühwürmchen“ auch so traurig.
  • Oft sind die Geschichten nicht deutlich abgeschlossen. Sie regen dadurch vielmehr zum Nachdenken an, lassen Fragen offen und haben nicht immer ein ungetrübtes Happy End.
  • Wenn du gut aufpasst, kannst du in Animes auch etwas über die japanische Shinto-Religion erfahren. Dazu gehört auch der Glaube an viele verschiedene Götter. Dies ist zum Beispiel in „Chihiros Reise ins Zauberland“ zu sehen.

Übrigens: Außerhalb von Japan werden Animationsfilme oft automatisch für Kinder- oder Familienfilme gehalten. In Japan aber ist das anders. Es gibt auch Animes, die sich ausdrücklich an Jugendliche oder sogar nur an Erwachsene richten. Deshalb gibt es bei Animes eine große Vielfalt an Themen und unterschiedlichen Genres – und deshalb sind einige Animes auch noch nicht für Kinder geeignet.

Viele sehenswerte Animes für Kinder findest du als Empfehlung in der Kinderfilmwelt. Wenn du schon zwölf Jahre oder älter bist, findest du weitere Tipps auch in der Anime-Empfehlungsliste auf www.top-videonews.de.