Filmlexikon

Fokus

Jeder Gegenstand, auf den du dich konzentrierst, steht für dein Auge im Fokus, das heißt, dass du diesen Gegenstand scharf sehen kannst. Das Auge der Kamera, das Objektiv, kann sich im Gegensatz zu deinem Auge nicht auf alle Gegenstände einstellen – der Fokus, also die Schärfe, muss vom Kameraassistenten eingestellt werden. Die Profis sagen, dass die Schärfe von ihm „gezogen“ wird, weshalb man ihn auf Englisch auch „Focus Puller“ nennt.

Da für einen Film typisch ist, dass Gegenstände oder Personen nicht nur auf einer Stelle stehen, sondern sich auch bewegen, hat der Kameramann also viel zu tun. Er muss nämlich während des Drehens die Schärfe immer wieder auf die Bewegung des Gegenstands oder der Person anpassen. Damit das ohne Probleme klappt, wird eine Szene deshalb auch immer mit Kamera geprobt.

Gegenstände oder Personen, die in einer Szene besonders wichtig sind, werden in einem Film durch Schärfe betont. Personen oder Gegenstände, die für eine Szene nicht so wichtig sind, rücken so automatisch in den Hintergrund. Mit Schärfe kann man also die Aufmerksamkeit des Zuschauers lenken. Und das ist auch der Grund, weswegen Kameraleute im Film ganz selten mit einem Autofokus arbeiten, wie man ihn von jeder Fotokamera kennt. Weil der Fokus für den Film ein wichtiges Mittel ist, steuert ihn der Kameramann am liebsten selbst.