Filmlexikon

Montage

Der Begriff „Montage“ hat nichts mit dem Wochentag zu tun! Da er aus dem Französischen kommt, spricht er sich auch anders aus, nämlich mit einem weichen „g“ wie in „Garage“. Du kennst bestimmt den verwandten Ausdruck „ etwas montieren“, also etwas zusammenbauen. Beim Filmdreh wird die Geschichte, die wir schließlich im Kino sehen, nicht in der richtigen Reihenfolge aufgenommen. Außerdem werden viele Szenen mehrmals und mit unterschiedlichen Einstellungen aufgenommen. In der Montage muss aus dem aufgenommenen Material das beste ausgewählt und sozusagen „zusammengebaut“ werden.

In Deutschland nennt man die Montage übrigens häufig „Schnitt“, aber eigentlich ist der Schnitt, also das (Heraus)Trennen der einzelnen Szenen und Einstellungen ja nur ein Teil des Vorgangs.

Das darfst du dir nicht vorstellen wie bei einem Puzzle - schließlich gibt es beim Puzzle nur eine richtige Lösung. Es ist eher so, wie du es aus deinem Spiel mit Lego kennst: Mit den selben Bausteinen kannst du viele verschiedene Sachen bauen. Die Montage ist also etwas sehr Kreatives und wichtig dafür, was für eine Geschichte am Ende entsteht und wie sie auf uns wirkt. Daher gibt es bei der Montage auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Regisseur oder der Regisseurin.

Ein Beispiel für die vielen Arten der Montage ist die „Parallelmontage“: Dabei werden abwechselnd Handlungen an zwei verschiedenen Orten gezeigt. Dadurch, dass wir die Handlungen immer abwechselnd sehen, haben wir den Eindruck, dass die Handlungen parallel (das heißt hier: zur gleichen Zeit) stattfinden. Das kann dazu eingesetzt werden, um Spannung zu erzeugen: Wird es Hanni noch rechtzeitig schaffen, ihre Schwester Nanni abzulösen und der Hockeymannschaft zum Sieg zu verhelfen?

 

Expertinnen und Experten können noch nachlesen, wie man eigentlich die Person nennt, die den Film montiert.

Für Expertinnen und Experten:

Das englische Wort für schneiden lautet „cut“ und in Deutschland sagt man immer noch „cutter“ zu der Person, die den Film montiert - obwohl man auf Englisch damit eher ein Schneidegerät, vor allem ein Teppichmesser, meint.

Schon seit 80 Jahren gibt es in Amerika eine ganz andere Bezeichnung für den Beruf: Die Montage nennt man dort „film editing“ und die Menschen, die in diesem Bereich arbeiten, sind „film editors“.

Auch auf Deutsch kann man von einem „Editor“ oder einer „Editorin“ sprechen. Mit diesem Wort verbindet sich viel stärker die Vorstellung, dass bei der Arbeit etwas ausgewählt, angeordnet und in eine gute Form gebracht wird. Und dass es bei der Montage um so viel mehr geht, als nur das Benutzen von Schneidegeräten, das weißt du ja jetzt!