Filmlexikon

Schuss-Gegenschuss

Das Schuss-Gegenschuss-Verfahren hast du bestimmt schon mal in einem Film gesehen, wenn sich zwei Personen miteinander unterhalten (Dialog). Die Kamera zeigt nacheinander jeweils das Bild des Schauspielers, der redet und des Schauspielers, der antwortet.

Die Begriffe Schuss und Gegenschuss haben hier aber nichts mit Waffen zu tun! Der Schuss bezeichnet die erste Kameraaufnahme, die den Darsteller zeigt, der das Gespräch beginnt. Der Gegenschuss zeigt dann die Antwort des zweiten Darstellers darauf. Das kann eine ganze Weile so fortgeführt werden! So seht ihr den Schuss auf das Gesicht des Darstellers (a), dann den Gegenschuss auf das Gesicht des Darstellers (b), Schuss auf Darsteller (a) – Gegenschuss auf Darsteller (b), und so weiter.

Bei diesem Verfahren muss sehr genau auf die Blickachse der Darsteller geachtet werden, damit es im fertigen Film nicht so aussieht, als würden die Darsteller aneinander vorbeireden. Die 180°-Regel kommt dabei ins Spiel, um das zu vermeiden (Achsensprung). Oftmals seht ihr die Schulter desjenigen, der gerade nicht spricht, im Bild. Dieser over-shoulder shot (aus dem Englischen bedeutet das „über-die-Schulter Schuss“) hilft euch, zu sehen, welche Darsteller in der Szene anwesend sind.

Übrigens sagt man bei uns nur deswegen „Schuss“, weil im Englischen eine Kameraaufnahme „shot“ genannt wird, was nichts anderes als "Schuss" heißt. Ganz ungewöhnlich ist das wiederum nicht, denn bei uns sagen schließlich auch manche Menschen "ich schieße ein Foto".