Filmlexikon

Stopptrick

Was ein Stopptrick ist, erklären wir dir am besten an einem Beispiel: Wenn du eine Kamera zur Verfügung hast, kannst du mit einem einfachen Trick lustige Effekte erzielen, ganz ohne großen Aufwand. Dazu muss die Kamera ganz still stehen, am besten stellst du sie auf ein Stativ. Jetzt könntest du zum Beispiel einen großen Karton vor der Kamera aufstellen, in den sich jemand reinsetzt. Drücke jetzt auf den Aufnahmeknopf der Kamera und lass die Person aus der Kiste rausklettern. Wenn die Person aus dem Bild gegangen ist, drückst du bei der Kamera auf „Stopp“ - deswegen heißt der Aufnahmetrick auch so.

Lass jetzt jemand anderen in die Kiste klettern - aber achtet darauf, dass sich weder die Kamera noch die Kiste bewegt. Jetzt kannst du wieder auf „Aufnahme“ drücken und die zweite Person klettert raus, geht aus dem Bild und du drückst wieder auf Stopp. Auf diese Weise kannst du nacheinander alle deine Freunde aus der Kiste steigen lassen. Wenn du fertig bist und den Film abspielen lässt, sieht es so aus, als wären von Anfang an alle in der Kiste, denn durch deinen Stopptrick wurde ja nie aufgenommen, wie eine andere Person hinein steigt. So man fragt sich natürlich, wie alle in die Kiste gepasst haben!

Eine Weiterentwicklung des Stopptricks ist die Filmtechnik Stop-Motion, die zur Animation von Gegenständen eingesetzt wird. Einige Animationsfilme verwenden diese Technik. Beispiele dafür sind die Filme „Coraline“, „Das Sandmännchen – Abenteuer im Traumland“ oder auch die „Wallace und Gromit“-Filme. Was „Stopp“ bedeutet weißt du ja. „Motion“ ist englisch und heißt „Bewegung“ - damit ist bereits zusammengefasst, was du bei dieser Technik machen musst. Man stellt einen Gegenstand vor der Kamera auf, zum Beispiel eine Knetfigur. Dann nimmt man ein Bild auf und stoppt die Kamera. Jetzt bewegt man die Knetfigur, aber nur ein ganz kleines bisschen. Man nimmt wieder ein Bild auf, stoppt die Kamera, bewegt die Figur wieder ein Stückchen und so weiter. Wenn man - nach ganz vielen kleinen Bewegungen und kurzen Aufnahmen - den Film abspielt, sieht es aus, als würde sich die Knetfigur bewegen.

Eine einfache Version des Stopptricks ist zum Beispiel der Legetrick. Hierbei werden zunächst Figuren und Formen ausgeschnitten und auf einer Fläche vor einer feststehenden Kamera immer ein kleines Stück bewegt. Nach jeder Bewegung wird ein Bild gemacht und wenn man am Ende alle Bilder schnell hintereinander ablaufen lässt, entsteht eine flüssige Bewegung. Fertig ist der Legetrick-Film.