Die Schnipfen
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Jedes Kind weiß doch, dass die Sternbauchschnipfen besser sind als die Mondbauchschnopfen! Oder war es umgekehrt? Sicher ist jedenfalls, dass Sternbauchschnipfen und Mondbauchschnipfen sich nicht leiden können. Und zwar kein bisschen. Also zogen die Sternbäuche hoch in die Baumkronen und die Mondbäuche hinaus aufs Meer. Problem gelöst? Leider nein. Die Abneigung besteht weiterhin, bis sich eine junge Sternbauchschnipfe auf den Weg zum Strand macht.

Sternbauchschnipfe Stella ist nämlich ziemlich enttäuscht von ihren Eltern. Die wollen, dass immer alles so bleibt, wie es ist. „Wir tun immer das gleiche, Tag für Tag, Jahr für Jahr“, sagt Stellas Papa stolz. Stella allerdings, die gerne Dinge erfindet, findet das einfach nur langweilig. Wie soll sich etwas verändern, wenn sich nichts verändern darf? Als sie sich heimlich zum Strand schleicht, trifft sie dort das Mondbauchschnipfenmädchen Pearl. Und sofort freunden sich die beiden an. Stella ist eine tolle Erfinderin, Pearl eine tolle Bastlerin – was für eine großartiges Team! Dank einer Erfindung, die Stella einen Mond anstatt eines Sterns auf den Bauch malt, kann sie sogar Pearls Familie kennenlernen, ohne erkannt zu werden. Aber die Farbe auf dem Bauch hält nicht ewig. Und so gibt es bald großen Ärger.
Alles, was man nicht kennt, ist doof? Ganz sicher nicht. Man sollte nicht immer alles glauben, was andere einem erzählen, und sich erst mal selbst ein Bild machen. Das weiß schon Stella. Und nur weil sie neugierig und aufgeschlossen ist, kann sie sich überhaupt mit Pearl anfreunden und dabei erkennen, wie viel beide gemeinsam haben. Insofern kannst du viel von Stella lernen und es ist schön, dass der Film davon erzählt, wie Figuren, die sich am Anfang meiden, sich schätzen lernen.
Nur leider ist die Art und Weise, wie der Film dies erzählt, wirklich nichts Besonderes. Die Figuren sind sehr langweilig gestaltet, den Bildern, so farbenfroh sie auch sind, fehlt es an Details. Und achte nur einmal auf den Ton im Hintergrund! Jede Szene ist vollgekleistert mit Musik und Geräuschen, die irgendwie komisch sein sollen. Das nervt! Insgesamt wirkt „Die Schnipfen“ eher wie eine lieblose Fernsehproduktion, für die man weder viel Zeit noch Mühe aufgewendet hat. Daran ändern auch mehrere Musicalszenen nichts.
Das ist schade, weil die Geschichten des Kinderbuchautors Dr. Seuss, von dem auch die Vorlagen zu Filmen wie „Der Grinch“, „Der Lorax“ oder „Horton hört ein Hu“ stammen, eigentlich mehr zu bieten haben. Das Beste ist hier die Botschaft. Vorurteile sind gefährlich. Die sollte man sich wirklich merken.

