Quelle: G+J Entertainment Media / © good!movies  
Der Traum (Quelle: G+J Entertainment Media / © good!movies)

Der Traum

Dänemark im Sommer 1969: Obwohl die Prügelstrafe an Schulen schon seit einem Jahr verboten ist, wendet der strenge Direktor von Frits‘ neuer Schule sie weiterhin an. Als seine Mitschüler ihm einen Streich spielen und Frits dadurch in der Mädchenumkleide erwischt wird, schlägt der Rektor ihn so heftig, dass Frits‘ Ohr genäht werden muss!

Unsere Bewertung

  • 5 von 5 Klappen

Eure Bewertung (4)

  • 2 von 5 Klappen
Ab 9 FSK 6

Beschreibung

Quelle: G+J Entertainment Media / © good!movies

Sogar einen Lehrer soll der gewalttätige Direktor einmal geschlagen haben – und trotzdem ist nichts passiert. Alle haben Angst vor Herrn Direktor Lindum-Svendsen, selbst die Erwachsenen. Aber Frits will das nicht hinnehmen! „Verstehst du nicht, dass es um Gerechtigkeit geht?“, fragt er seinen Freund Sören. Doch wer etwas verändern will, der braucht verdammt viel Mut. Im Fernsehen hat Frits während der Sommerferien viel über die Hippies erfahren, junge Menschen, die von einer freundlicheren Welt mit Frieden und Gerechtigkeit träumen. Und er hat zum ersten Mal von Martin Luther King gehört, der sich in den USA dafür einsetzte, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben sollen, unabhängig von ihrer Hautfarbe. Bei Frits‘ Widerstand gegen den herrischen Rektor ist der verstorbene Martin Luther King sein großes Vorbild – und sein neuer, junger Musiklehrer Freddie Svale eine große Hilfe. Doch der Direktor nutzt seine ganze Macht aus, um auf seinem Posten zu bleiben. Selbst vor Lügen schreckt er nicht zurück.

„Der Traum“ führt euch in eine aufregende Zeit des Umbruchs: In mehreren Ländern begannen vor allem junge Leute, sich in den 1960er Jahren für Veränderungen in der Gesellschaft einzusetzen. Frits‘ Geschichte vermittelt euch einen Eindruck davon, wie schwierig es sein kann, für mehr Gerechtigkeit einzutreten. Der Film ist ehrlich genug, zu zeigen, dass sich nicht alles auf einen Schlag zum Guten wendet und man manchmal sogar von Personen enttäuscht wird, denen man nahe steht. Aber gerade, weil der Film Frits‘ Geschichte so ernst nimmt und die vielen Widerstände zeigt, gegen die er sich durchsetzen muss, ist es auch so fesselnd, Frits bei seinem Kampf um Gerechtigkeit zu begleiten. Das Kinderpublikum der Berlinale, dem größten und wichtigsten Filmfestival Deutschlands, hat der Film so mitgerissen, dass es für ihn nach der Filmvorführung tosenden Applaus und am Ende sogar den Hauptpreis der Kinderjury gab – zu Recht!

Credits

Titel: Der Traum
Originaltitel: Drømmen
DVD-Start: 16.11.2007
Genre: Drama
Land: Dänemark, Großbritannien
Jahr: 2006
Regie: Niels Arden Oplev
Darsteller:
Name Figur
Janus Dissing Rathke Frits Johansen
Jens Jørn Spottag Frits' Vater Peder
Anne-Grethe Bjarup Frits' Mutter Stine
Anders W. Berthelsen Freddie Svale
Bent Mejding Schulleiter Lindum-Svendsen
Sarah Juel Werner Iben
Länge: 109
Farbe: Farbe
Altersempfehlung: 9
FSK: FSK 6

Film bewerten!

Bewertung
+++Filmkommentar+++

Elterninfo

Niels Arden Oplevs Film gelingt es meisterhaft, eine zeitgeschichtliche Bewegung anhand einer persönlichen Geschichte erlebbar zu machen. Hier geht es um den Kampf gegen Hierarchien, gegen Gewalt und für ein faires Umgehen untereinander, um eine neue Gesellschaftsordnung. Mit klar gezeichneten Figuren stellt der Film die verschiedenen Positionen dar, zeigt den altbackenen Direktor mit seiner Vorstellung von Disziplin und Anstand und den jungen Rebellen, der den Schülern auf Augenhöhe gegenüber tritt. Überraschend wird „Der Traum“, wenn es schließlich nicht die positiv besetzten Erwachsenen sind, die den Kindern helfen können. Viel zu sehr haben sich diese an die bestehenden Machtstrukturen angepasst und sind um ihre Zukunft besorgt. Nicht so Frits: Er hat die Ideale von Martin Luther King schon längst verinnerlicht und versucht, sie wirklich zu leben. Der im Jahr 2006 auf der Berlinale mit stehenden Ovationen gefeierte und dem Gläsernen Bären ausgezeichnete Film gibt ihm Recht.

 

files/upload/images/bildmaterial_kooperationen/kinofenster/KF_Banner_Liverpool_180x150.jpgWeitere Informationen zu diesem Film finden Eltern und Pädagogen auf kinofenster.de. Das Online-Portal für Filmbildung bietet Filmbesprechungen, Hintergrundinformationen, filmpädagogische Begleitmaterialien, News, Termine, Veranstaltungen, Adressen und Links für die schulische und außerschulische Filmarbeit.