Quelle: G+J Entertainment Media / © Ascot Elite

Mein Leben in Rosarot

Der siebenjährige Ludovic liebt es, Kleider zu tragen und sich zu schminken. Als er mit seiner Familie in eine schicke Pariser Vorstadtsiedlung zieht, werden Ludovics Vorlieben zum Problem: Die engstirnigen Nachbarn sind irritiert über den ‚Mädchen-Jungen’, allen voran der Chef von Ludovics Vater...

Unsere Bewertung

  • 5 von 5 Klappen

Eure Bewertung (3)

  • 3.5 von 5 Klappen
Ab 10 FSK 6 Prädikat besonders wertvoll

Beschreibung

Quelle: G+J Entertainment Media / © Ascot Elite

Als sein Sohn Jerome und Ludovic dabei erwischt werden, wie sie eine Hochzeitszeremonie nachspielen, muss Jerome sich in der Schule sogar von Ludovic wegsetzen. Doch der bleibt hartnäckig: Eines Tages wird er ein Mädchen sein!

Durch das Verhalten der Nachbarn und der anderen Kinder gerät Ludovic zunehmend unter Druck und flüchtet sich immer häufiger in eine rosarote Fantasiewelt, die von der barbiehaften Serienheldin Pam bevölkert wird. Nur hier kann er sein, wie er will. Die hilflosen Eltern verbieten dem Jungen schließlich, sich wie ein Mädchen zu benehmen. Im Film, der anfangs in fröhlichen bunten Farben daherkommt, gewinnen langsam blasse, dunkle Töne die Oberhand… Ein berührender Film über einen kleinen Jungen, der sich gegen jeden Widerstand treu bleibt!

Der Regisseur Alain Berliner hat „Mein Leben in Rosarot“ bereits 1997 gedreht und aus gutem Grund mehrere Preise dafür erhalten. Denn er hat sich nicht nur getraut, ein schwieriges Thema anzupacken, das bis heute viele Leute eher abschreckt oder peinlich berührt. Er hat es auch geschafft, trotzdem einen leichten, warmherzigen, manchmal sogar lustigen Film daraus zu machen. So macht es Spaß zu sehen, wie unbeirrbar Ludovic daran festhält, dass er nur aus Versehen und vorübergehend ein Junge ist. Und wie er ganz unabsichtlich mit seinen „Ideen“ die Erwachsenen so vor den Kopf stößt, dass sie völlig aus dem Häuschen geraten – manchmal wirkt ihre Engstirnigkeit nämlich richtig albern. Zum Glück gibt es ein paar aufgeschlossene Menschen, die selbst dann zu Ludovic halten, als es wirklich dramatisch wird. "Mein Leben in Rosarot" führt eindringlich vor Augen, wie wichtig Toleranz ist - und ist damit immer noch ein aktueller Film.

Credits

Titel: Mein Leben in Rosarot
Originaltitel: Ma vie en rose
DVD-Start: 15.08.2006
Genre: Drama
Land: Frankreich/Belgien/Großbritannien
Jahr: 1997
Regie: Alain Berliner
Darsteller:
Name Figur
Georges du Fresne Ludovic
Länge: 89
Farbe: Farbe
Seitenverhältnis: 1,78:1/16:9
Altersempfehlung: 10
FSK: FSK 6

Film bewerten!

Bewertung
+++Filmkommentar+++

Elterninfo

Mit großer Sensibilität und viel Humor nähert sich Alain Berliner einem Tabuthema. Ludovic nimmt die Zuschauer jedoch von Beginn an mit seiner offenen Art und seinem unschuldigen Verhalten für sich ein. Er betrachtet die Welt noch vollkommen vorurteilsfrei. Darin gibt es keine Unterscheidung zwischen normal und unnormal – Ludovic verhält sich so, wie er sich fühlt. Doch weil er damit die Maßstäbe der Erwachsenen (und auch schon der nur wenige Jahre älteren Kinder) herausfordert, wird er schnell zum Außenseiter und zum Sorgenkind mit Sonderstatus. Es ist seine aufgeschlossene und moderne Großmutter, die ihm in dieser Lage den nötigen Halt gibt und ihn bestätigt. Während vor allem seine Eltern mit aller Macht versuchen, Ludovic nach den gesellschaftlichen Erwartungen an einen Jungen zu formen, lässt sie ihm den Freiraum, um mit seiner sexuellen Identität zu experimentieren. Nicht alles löst sich in dem Drama in Wohlgefallen auf. Am Ende aber bleibt ein Hoffnungsschimmer und der Zusammenhalt der Familie wird gefestigt. Irgendwann wird sicherlich auch das kräftige Rot wieder in Ludovics Leben zurückkehren, das die erste Hälfte des Films geprägt hat und dann abrupt matten Farben und Blautönen weichen musste.

files/upload/images/bildmaterial_kooperationen/kinofenster/KF_Banner_Alemanya_180x150_.jpgWeitere Informationen zu diesem Film finden Eltern und Pädagogen auf kinofenster.de. Das Online-Portal für Filmbildung bietet Filmbesprechungen, Hintergrundinformationen, filmpädagogische Begleitmaterialien, News, Termine, Veranstaltungen, Adressen und Links für die schulische und außerschulische Filmarbeit.