Quelle: G+J Entertainment Media / © good!movies

Mein Sommer mit Mario

Wie blöd! Auf einmal interessiert sich Jorgelinas ältere Schwester für Jungen und verbringt mehr Zeit mit ihren Freundinnen. Also fährt Jorgelina lieber mit ihrem Vater aufs Land, als mit Mutter und Schwester ans Meer. Auf dem Land trifft sie immerhin Mario, der Ausritte mit ihr unternimmt. Aber irgendwas ist in diesem Sommer anders.

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Eure Bewertung (3)

  • 3.5 von 5 Klappen
Ab 12 FSK 12

Beschreibung

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Oft hat der nur wenig ältere Mario für die etwa zehnjährige Jorgelina gar nicht so viel Zeit. Schließlich muss er seinen Eltern bei der Arbeit helfen - und er trainiert gerade für ein Pferderennen. Ein wichtiges Ereignis für ihn, will er doch damit endlich als junger Mann in seinem Dorf anerkannt werden! Trotzdem unternimmt er hin und wieder Ausflüge mit Jorgelina - und verhält sich dabei irgendwie seltsam. Warum will er nie mit ihr schwimmen gehen?

Nach einem gemeinsamen Ausritt entdeckt Jorgelina einen Blutfleck an Marios Hose. Ob er sich verletzt hat? Mario bittet Jorgelina, niemandem davon zu erzählen. Auch er scheint nicht genau zu wissen, was mit ihm los ist - bis Jorgelina von ihrer älteren Schwester erzählt, die vor kurzem zum ersten Mal ihre Tage bekam. Für Mario ist klar: Die hat er auch. Aber wie kann das denn sein, wenn er ein Junge ist?

Ruhig und einfühlsam erzählt dieser argentinische Film davon, dass es manchmal unmöglich ist, einen Menschen klar als Jungen oder als Mädchen zu bezeichnen. Manchmal kommt es vor, dass Menschen „intersexuell“ sind - das bedeutet, dass sie Geschlechtsmerkmale von Jungen und Mädchen zugleich haben. Für Mario wird das zu einem Problem, weil er erst selbst nicht weiß, was mit ihm los ist - und weil die Menschen um ihn herum sich ihm gegenüber plötzlich seltsam verhalten. Daher möchte er unbedingt das Pferderennen gewinnen und sich bei den Dorfbewohnern Respekt verschaffen.

In Jorgelina findet Mario eine Freundin, die keine Vorurteile hat und ihn so mag, wie er ist. Fast immer nimmt der Film dabei die Sichtweise von Jorgelina ein und macht dadurch deutlich, was sie fühlt und denkt. Das führt allerdings auch dazu, dass kaum erklärt wird, was mit Mario wirklich los ist. „Mein Sommer mit Mario“ wirft daher auch viele Fragen auf und lässt vieles offen.

Übrigens: Wer kein Spanisch versteht, sollte fit im Lesen von Untertiteln sein, da es den Film nur in seiner Originalsprache gibt. Außerdem solltest du wissen, dass in diesem Film auch ein Stier geschlachtet wird. Wenn du sensibel auf die Tötung von Tieren reagierst, ist das etwas, was du vielleicht lieber nicht sehen willst.

Credits

Titel: Mein Sommer mit Mario
Originaltitel: El último verano de la Boyita
DVD-Start: 16.03.2012
Genre: Drama
Land: Argentinien, Spanien, Frankreich
Jahr: 2009
Regie: Julia Solomonoff
Darsteller:
Name Figur
Guadalupe Alonso Jorgelina
Nicolás Treise Mario
Länge: 88
Farbe: Farbe
Untertitel: Deutsch
Altersempfehlung: 12
FSK: FSK 12

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Bewertung
+++Filmkommentar+++

Elterninfo

„Mein Sommer mit Mario“ ist im Grenzbereich zwischen Kinder- und Jugendfilm angesiedelt und erzählt von einem Erlebnis, das auch für die Protagonistin den Übergang vom Kind zur Jugendlichen einleitet. Fast durchgängig wird dabei aus der Sicht der etwa zehnjährigen Jorgelina erzählt, wodurch sich jungen Zuschauer_innen gute Identifikationsmöglichkeiten bieten.

Sensibel stellt der Film, der 2010 auch im Programm des internationalen Kinderfilmfestes LUCAS gezeigt wurde, das Schicksal eines intersexuellen Kindes in den Mittelpunkt. Herausfordernd ist dabei die offene, eher langsame und beobachtende Erzählweise der argentinischen Regisseurin. Was Intersexualität bedeutet, wird eher angerissen als verständlich erklärt, wodurch sich für junge Zuschauer_innen viele Fragen ergeben können. Aufgrund dieser eher an Erwachsene gerichteten Erzählweise und seiner Thematik empfehlen wir den Film ausdrücklich erst ab 12 Jahren.