Quelle: G+J Entertainment Media / © Studiocanal  
Whale Rider (Quelle: G+J Entertainment Media / © Studiocanal)

Whale Rider

Pais Großvater ist überzeugt: Nur ein Nachfahre des großen Walreiters Paikea kann die Probleme in seiner Gemeinde zu lösen. Dass seine Enkelin genau die Richtige für diese Aufgabe sein könnte, will er aber nicht akzeptieren – schließlich ist sie ein Mädchen. Trotzdem trainiert Pai heimlich mit ihrem Onkel für die Prüfungen…

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Ab 10 FSK 6

Beschreibung

Quelle: G+J Entertainment Media / © Studiocanal

Pai und ihre Familie gehören zu den Maori, den Ureinwohnern Neuseelands. In ihrem Dorf erzählt man sich, dass der Stammesgründer Paikea auf einem Wal zur Insel „ritt“ – daher sein Beiname „Whale Rider“. Eigentlich hätte Pais Zwillingsbruder der nächste Nachfolger von Paikea werden sollen. Doch Pais Bruder starb bei der Geburt – und für ihren Großvater kommt es nicht in Frage, dass Pai die nächste Anführerin wird. Für ihn sind die Traditionen sehr wichtig – und bisher war der Nachfolger nun mal immer ein Junge! Darum sucht der Großvater unter den Jungen anderer Familien nach einem neuen Häuptling. Pai ist vom Unterricht ausgeschlossen, aber sie versucht, die Traditionen ihres Volkes alleine zu erlernen. Kann sie ihrem Großvater beweisen, dass sie der nächste Whale Rider ist?

Pai liebt ihren Großvater sehr und möchte alles tun, damit er sie gern hat. Trotzdem ist sie nicht mit allem einverstanden, was er sagt, und es macht sie traurig, dass ihr Großvater sie ausschließt. Als Zuschauer fühlt man sehr mit ihr mit – auch weil Keisha Castle-Hughes, die Darstellerin von Pai, ihre Rolle so beeindruckend spielt. Für diese Leistung wurde sie beim Erscheinen des Filmes als die damals jüngste Darstellerin aller Zeiten für den Oscar nominiert!

Pais Probleme lassen sich leicht auf unseren Alltag übertragen, auch wenn die Kultur der Maori auf den ersten Blick sehr fremd wirkt. Vielleicht wurde dir auch schon mal gesagt, dass du etwas nicht darfst, nur weil du ein Mädchen oder ein Junge bist. Oder vielleicht sind deine Großeltern nicht immer mit deinen Wünschen oder Taten einverstanden und schimpfen: „Früher hat man das nicht gemacht und das war viel besser so!“ Es ist schön, Traditionen zu haben – aber nicht alle Traditionen sind gut. Manchmal muss man auch den eigenen Eltern oder Großeltern etwas Neues beibringen. So wie in Pais Geschichte.

Credits

Titel: Whale Rider
Originaltitel: Whale Rider
DVD-Start: 24.09.2004
Genre: Drama, Kinderbuchverfilmung
Land: Neuseeland, Deutschland
Jahr: 2002
Regie: Niki Caro
Darsteller:
Name Figur
Keisha Castle-Hughes Pai
Rawiri Paratene Pais Großvater
Vicky Haughton Pais Großmutter
Cliff Curtis Pais Vater
Grant Roa Pais Onkel
Länge: 97
Farbe: Farbe
Untertitel: Deutsch
Altersempfehlung: 10
FSK: FSK 6

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Bewertung
+++Filmkommentar+++

Extras

Neuseeland ist ein Inselstaat in der Nähe Australiens, der sich auf zwei Hauptinseln und mehrere kleinere Inseln verteilt. Die Maori sind die Ureinwohner Neuseelands und höchstwahrscheinlich mit Booten vor vielen Jahren in das Land gekommen. Das erklärt, warum die Kanus, die ihr im Film seht, so wichtig für die Maori sind.

Die Legende um Paikea gibt es wirklich und deswegen musste man auch kaum Kulissen bauen: Der Film wurde in Whāngārā gedreht, wo immer noch viele Maori leben, die auch an die Paikea-Legende glauben.

Den Erzählungen nach war Paikea der Sohn eines Häuptlings, der 71 Söhne hatte. Einer dieser Söhne war eifersüchtig auf seine Brüder. Als sie gemeinsam in einem Boot aufs Meer hinausfuhren, versuchte er seine Geschwister zu ertränken. Nur Paikea überlebte, weil der Gott des Meeres ihm einen Wal sandte, der ihn sicher ans Ufer brachte. Dort gründete er einen Stamm der Maori. Die Insel, die ihr manchmal im Film nahe des Ufers sehen könnt, ist nach dem Glauben der Maori der Wal.

Elterninfo

Eine bewegende Geschichte um Anerkennung und Gleichberechtigung, eine Reise ans andere Ende der Welt, nach Neuseeland. Das gibt hier allerdings nicht die Kulisse für Mittelerde, sondern steht in seiner eigenen Tradition und Geschichte im Mittelpunkt. Der Mythos der Maori und die Auseinandersetzung zwischen Jahrtausende alter Tradition und Moderne - all dies sind Themen des Films. Und der schafft es, nebenbei und unaufdringlich das breite Spektrum zu behandeln und dabei seine Personen - allen voran die 12jährige Pai und ihre Großeltern - mit ihren Gefühlen im Zentrum zu belassen. Die Geschichte ist wunderbar und anrührend, zugleich aber auch ermutigend erzählt. Ein idealer Film für die ganze Familie. Keisha Castle-Hughes ist für ihre grandiose Leistung als Pai für einen Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert - und ist damit die jüngste Schauspielerin, die jemals nominiert wurde.

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