Aisha und das verlorene Buch
Demnächst im Kino: 28.05.2026
Ein Feuerwerk ist immer faszinierend: Wenn bei Nacht die bunten Lichter in die dunklen Höhen steigen, sich ausbreiten und ihre ganze Strahlkraft entfalten, staunen am Boden die Menschen. Auch die junge Aisha liebt das Schauspiel, fängt mit ihrer Begeisterung aber früher an: Beim chemischen Herumtüfteln und Erfinden neuer Lichtfiguren.
Aishas Feuerwerksexperimente gehen oft erst einmal schief, und als sie mit einem neuen Lichttrick den Teppich von Kalif Habib, des Herrschers der Hafenstadt, in Brand steckt, verbietet Vater Ahmad seiner Tochter das geliebte Hobby endgültig. Aisha soll sich stattdessen, wie die verstorbene Mutter, der Kalligrafie widmen, der Schreibkunst. „Ich will lieber meine Botschaften in die Luft in die Nacht schreiben“, erwidert Aisha und erklärt: Ihre Mutter hätte gewollt, dass sie das mache, woran sie Freude habe. Das Mädchen fügt sich dennoch dem Verbot des Vaters – bis ein geheimnisvoller Gelehrter ihr im Tausch gegen ein wertvolles Buch eine spannende Flüssigkeit für ihre Lichtkunst anbietet.
In „Aisha und das verlorene Buch“ geht es also um ein Mädchen, das seinen Traum verfolgt und sich dafür auch über Regeln und Abmachungen hinwegsetzt. Trotzdem hat Aisha einen Sinn für Gut und Böse und weiß, auf welche Seite sie sich am Ende stellen muss. Denn außerdem geht es im Film auch um den ängstlichen Kalifen. Seitdem sein Vater ermordet wurde, fürchtet Habib ebenfalls um sein Leben und vermutet hinter jeder Person einen Verräter. Dass sich dieser ganz in seiner Nähe aufhält und einen fiesen Staatsstreich plant, ahnt man bald – weil besonders die bösen Figuren überdeutlich als böse dargestellt werden.
Die Vorhersehbarkeit der Geschichte passt eigentlich gar nicht so sehr zur kunstvollen Computeranimation des Films: Sie lässt die Schauplätze wie aus Holz und Ton gemacht wirken und die Figuren wie Holzpuppen, die wie selbstverständlich durch die orientalisch wirkende Stadt rennen. Wenn du genau hinsiehst, kannst du viele Kleinigkeiten entdecken, die vom Leben in einer vergangenen Zeit und der Feuerwerkskunst erzählen.





