Superkräfte mit Köpfchen
Lev, der seit einem Unfall humpelt, hat es wirklich nicht leicht. Fast jeden seiner Schritte wollen seine übervorsichtigen Eltern überwachen. Denn nie wieder soll ihm etwas Schlimmes passieren. Ganz vernarrt ist der schüchterne Junge in den Superhelden Haelix, der Heilkräfte besitzt und den er oft in einem Computerspiel steuert.

Eines Tages erfährt Lev, dass man auf einer Comic-Veranstaltung ein Treffen mit seinem großen Vorbild gewinnen kann. Unbedingt möchte er an dem Wettbewerb teilnehmen. Doch natürlich haben Mama und Papa etwas dagegen. Zum Glück schaut gerade seine abenteuerlustige Oma Lydia vorbei, die ihn begleiten will. Auf dem Event könnte Lev vielleicht auch seiner bislang unbekannten Gaming-Partnerin Supergirl begegnen.
Angst vor irgendetwas haben wir alle. Die einen mehr, die anderen weniger. Weil Lev nicht der Mutigste ist, stellt er sich häufig vor, was wohl der Superheld Haelix an seiner Stelle machen würde. Genau das sehen wir dann auch im Film in kurzen slapstick-artigen Szenen. Dank dieses witzigen Einfalls verstehen wir ganz genau, wie sich unsere Hauptfigur fühlt und was sie denkt. Am liebsten wäre Lev genauso stark und selbstbewusst wie Haelix. Erst gegen Ende kommt ihm in den Sinn, dass er sich für seinen Gehfehler natürlich überhaupt nicht schämen braucht.
„Superkräfte mit Köpfchen“ basiert auf dem Buch „Dein Kopf, der Superheld“ und sieht ein bisschen wie ein Comic aus. Die Bilder erstrahlen nämlich in poppig-bunten Farben. Der Humor setzt meistens auf krasse Gegensätze, ist manchmal auch ein bisschen übertrieben. So bestehen Levs Eltern zum Beispiel darauf, dass er zu Hause einen Treppenlift mit Anschnallgurt benutzt. Während seine Mutter und sein Vater überall nur Gefahren sehen, steht seine schräge Oma für die pure Lebensfreude und den Mut zum Risiko. Dass ihre Einstellung auch böse Folgen haben kann, lässt der Film leider ein bisschen unter den Tisch fallen. Was ebenfalls nicht ganz gelungen ist: In der zweiten Hälfte wechselt teilweise urplötzlich die Stimmung. Von lustig zu traurig und ernst – das geht hier etwas schnell. Mit einem schönen Gag überraschen uns die Macher*innen dafür aber wieder am Schluss: Im Abspann stehen bei den Namen der am Film beteiligten Menschen kurze Hinweise, was ihnen Angst bereitet. Wir alle sind eben nicht frei von Sorgen!





