Forgotten Island
Demnächst im Kino: 08.10.2026
Schon als kleines Kind lauscht die auf den Philippinen lebende Jo den abenteuerlichen Geschichten ihrer Oma über die legendäre Insel Nakali und deren magische Kreaturen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Raissa würde sie am liebsten irgendwann einmal dorthin reisen. Nach dem Ende ihrer Schulzeit stehen die Zeichen jedoch auf Trennung.

Raissa möchte zum Studieren nach Amerika gehen, während Jo nicht genau weiß, was sie mit ihrer Zukunft anfangen soll. Am letzten gemeinsamen Abend stoßen die beiden dann aber auf ein mysteriöses Portal, das sie tatsächlich nach Nakali bringt. Als die jungen Frauen am nächsten Morgen an diesem fantastischen Ort erwachen, sehen sie verändert aus und haben keine Erinnerungen an die Geschehnisse der vergangenen Nacht. Auf der Suche nach einem Weg zurück nach Hause treffen sie nicht nur auf verständnisvolle Wesen. Ein düsteres Geschöpf namens Manananggal jagt Jo und Raissa hinterher.
„Forgotten Island“ ist schon deshalb spannend, weil die Philippinen und deren Sagenwelt im westlichen Animations-Kino bislang keine große Rolle spielten. In leuchtend bunten Farben taucht der Film in dieses Universum ein, zeigt uns Kreaturen, von denen wir wahrscheinlich noch nie gehört haben. Die Bilder sprühen nur so vor Details und erinnern in manchen Momenten an den japanischen Anime-Stil. Einige Hintergründe wirken liebevoll gezeichnet. Und immer wieder gibt es kleine, comicartige Einschübe, in denen die Gesichter der Figuren und ihre Grimassen groß zu sehen sind.

Im Mittelpunkt von „Forgotten Island“ steht die langjährige Freundschaft zwischen Jo und Raissa, die nach der Schulzeit in Gefahr gerät. Raissa ist zielstrebig, möchte sich weiterentwickeln. Jo dagegen klammert sich an den Träumen ihrer Kindheit fest, hat keine Lust auf Verantwortung – was während der gemeinsamen Reise auf Nakali zu Streitigkeiten führt. Ebendort wird unseren Heldinnen klar, wie wichtig Erinnerungen für unser Leben und eine Freundschaft sind. Ein schöner Gedanke, der vor allem gegen Ende auch optisch einfallsreich umgesetzt wird. Aufpassen ist hier allerdings wichtig. Denn der Film springt von einer traumähnlichen Szene zur nächsten.
Leider hat das Fantasy-Abenteuer ein Problem, das im Familienkino heute oft zu beobachten ist: Häufig hetzt die Handlung atemlos voran. Ständig werden neue Gags abgefeuert. Und es tauchen zu viele knallige Nebenfiguren auf. Das emotionale Herz der Geschichte, die besondere Beziehung von Jo und Raissa, schlägt dadurch nicht ganz so laut, wie es eigentlich möglich gewesen wäre.


