• Szenenbild aus dem Film „Roque, die Meerjungfrau“

Roque, die Meerjungfrau

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Ein Junge steht am Strand und blickt aufs Meer. Man sieht ihm sofort an, dass er das genießt. Die Wellen schlagen an den Felsen – halt, sind das nicht Watte und Folie? Der Kurzfilm zeigt von Beginn an auch, wie ein Trickfilm funktioniert, und erzählt nebenbei eine Geschichte vom Anderssein und Sich-Annehmen – so wie man ist.

Bei der Suche nach seinem Selbst hilft dem Jungen ein kleiner Krebs. Er winkt ihm am Strand freundlich zu und taucht immer dann auf, wenn Roque traurig ist oder nicht weiterweiß. Als der Junge sich für eine Party als Meermensch mit schillernder Schwanzflosse verkleidet, wird er von den Kindern in seiner Klasse ausgelacht. Traurig rennt er aus dem Raum und versteckt sich am Strand. Dort begegnet er einer echten Meerjungfrau. Er begleitet sie unter die Wasseroberfläche und entdeckt zusammen mit ihr die Unterwasserwelt. Zurück am Strand aber verweist ein älterer Meermann auf Roques Beine und macht ihm deutlich, dass er sich ihnen nicht anschließen kann. Wieder gehört Roque nicht dazu und bleibt allein am Strand zurück. Der freundliche Krebs hilft ihm dabei zu erkennen, wer er ist, und dass das völlig in Ordnung so ist.

Der Film bezaubert auf zwei Arten: Zum einen erzählt er seine Geschichte in kurzen und ganz einfachen Szenen. In Großaufnahmen kannst du in Roques Gesicht nur leichte Bewegungen erkennen, die dir – zusammen mit der Stimmung der Filmmusik – immer sofort sagen, wie sich der Junge fühlt. Gerade weil viele aktuelle Filme so laut und trubelig sind, wirkt die Ruhe des Erzählens in diesem Kurzfilm fast erholsam. 

Zum anderen entzückt der Kurzfilm durch seine liebevolle Animation. Die Figuren sind handgefertigt, die Handlungsorte schlicht und erkennbar aus Materialien hergestellt, die du aus dem Alltag kennst: Watte, Frischhaltefolie, Wolle und Stoffe, Papier und Plastik. Dadurch macht der Film auf seine Gemachtheit aufmerksam: Er will keine Illusion erzeugen, sondern dir verständlich machen, wie er funktioniert, und aufzeigen, dass das Filmemachen ein Handwerk ist - eine von Hand gemachte Kunst. Vielleicht hast du nach dem Film ebenfalls Lust, einen eigenen Trickfilm zu drehen.