Woodwalkers 2
Neu im Kino
Wolltest du schon einmal in die Haut eines Tieres schlüpfen? Die Buchreihe „Woodwalkers“ von Katja Brandis kreist um diesen faszinierenden Gedanken. Auch als Film funktioniert die Geschichte um die so genannten Wandler, die gleichzeitig Tier und Mensch sind. Doch zwischen den beiden Welten seinen Platz zu finden, ist gar nicht so einfach.

Gerade noch haben Carag und seine Freunde die Machenschaften von Andrew Milling aufgedeckt (im Vorgänger-Woodwalkers-Film), jetzt soll dieser direkt vor den Rat der Wandler und verurteilt werden. Carag will eigentlich die Wahrheit sagen, aber dann wird er von Milling erpresst, der erklärt, er habe Carags Puma-Familie ausfindig gemacht und könne ein Treffen organisieren. Genau danach sehnt sich Carag so sehr – und stellt sich am Tag der Verhandlung auf Millings Seite. Das hat nicht nur für Carag Folgen: Zwar findet wirklich ein Wiedersehen zwischen den Pumas statt, doch Hörnchen Holly, Bison Brandon und Wapiti-Hirschkuh Lou sind enttäuscht von ihrem Freund, und Milling kann seinen Plan gegen die Menschen weitertreiben. Sein nächster Schritt: Er will den Wald um die Clearwater High verkaufen und damit das Schutzgebiet der Tierwandler zerstören.
Auch wenn du den ersten Teil der Filmreihe und die gleichnamigen Bücher von Katja Brandis nicht kennst, wirst du der Geschichte von „Woodwalkers 2“ gut folgen können. Es wird von Anfang an verständlich gemacht, wer auf der guten, wer auf der bösen Seite der Geschichte steht und wie sich Carag zwischen beiden Positionen entscheiden muss. Emile Cherif spielt das – wie alle anderen Jungdarsteller – so überzeugend, dass man als Zuschauer schnell mit ihm fühlt. In der Form der fantastischen Abenteuergeschichte um Wesen, die halb Mensch, halb Tier sind, werden Themen behandelt, die dich auch in deinem Alltag betreffen. Es geht um Carags Selbstfindung, Freundschaft, Familie und Vertrauen.
Die Bedrohung von Natur und Tierwelt kennst du vielleicht auch aus anderen Kinderfilmen. Den Menschen, die nach Erfolg streben und vor allem an Macht und Reichtum interessiert sind, ist der Lebensraum der Tiere egal; es sind die Kinder, die sich dafür, für die Umwelt und eine bessere Welt einsetzen.
Die Geschichte spielt – obwohl der Film in Deutschland mit deutschen Schauspielerinnen und Schauspielern und auf Deutsch – gedreht wurde, offensichtlich in Nordamerika, im US-Bundesstaat Wyoming. Weil die nordamerikanische Kultur sehr wirklichkeitsnah dargestellt wird, erfährst du auch ein wenig über die USA und das Leben dort. Auch die Inszenierung wirkt amerikanisch: die Abenteuer-Handlung, immer wieder totale Einstellungen, die die Weite und Größe des Landes abbilden, und viel Orchester-Filmmusik, die nur leider übertreibt und den Gefühlsausdruck der Figuren eher schwächt. Moritz Bleibtreu und Tom Schilling zählen zu Deutschlands besten Schauspielern. Als Tucker Jones und Pumpkin Crump treten sie leider nur als böse bzw. klamaukige Witzfiguren auf. Sehr schade!








