• Video zum Film „Emil und die Detektive [2026]“
  • Szenenbild aus dem Film „Emil und die Detektive [2026]“
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Emil und die Detektive [2026]

Neu im Kino

Emil Tischbein lebt mit seiner Mutter in einem ostdeutschen Provinzstädtchen. Er ist viel allein, die anderen Kinder schneiden ihn: Emil habe ja noch nicht mal ein richtiges Handy zum Chatten und Daten! Nach einer aus dem Ruder geratenen Mutprobe will Emil nur noch weg, am liebsten gleich nach Berlin zur Oma. Doch bereits die Zugfahrt wird zur Katastrophe, und das ist die Schuld des eiskalten Betrügers Max Grundeis.

Das ist gleich zu Beginn eine recht bedrohliche Szene, die Du da durchstehen musst, um später durch Emils Abenteuer belohnt zu werden. Nicht ganz so heftig, aber doch ähnlich gibt es sie auch im berühmten Kinderroman „Emil und die Detektive“, den Erich Kästner vor fast schon 100 Jahren schrieb. Bis heute begeistert die schöne Mischung aus Krimi und Freundschaftsgeschichte, die mehrmals verfilmt wurde. Für den neuen Film musst du den Roman nicht unbedingt kennen, die Handlung funktioniert auch im neuen, modernen Gewand bestens. Nach dem Diebstahl des Geldes, das für seine Oma bestimmt war, findet Emil in Berlin umgehend Freunde, die ihm helfen, den dreisten Dieb und Betrüger zu stellen. Zum Happy End gibt es - so viel sei verraten - die tolle Szene, die in keiner Verfilmung fehlen darf: Hunderte Kinder aus ganz Berlin treiben den Verbrecher als eingeschworene Gemeinschaft in die Enge.

Bis es so weit ist, verfolgen Emil und seine Detektive den Übeltäter durch halb Berlin. Im Stil einer touristischen Schnitzeljagd geht es von Bahnhof Friedrichstraße über Mitte nach Lichtenberg und Neukölln, vorbei an superteuren Hotels und angesagten Hotspots der Stadt - und das alles, um zu zeigen, dass Großstadtkinder immer und überall zurechtkommen und dass Berlin überhaupt cool, tolerant und offen für jeden ist, der hier sein Glück, Freunde oder chilligen Spaß sucht. Eher nur knapp lernt man die jungen Detektive, ihre Herkunft und Alltagssorgen kennen: das resolute Scheidungskind Pony, die auf sich gestellt ist, Gustav, der perfekt in der türkischen Community vernetzt ist, den Millionärssohn Dienstag, der über die Kreditkarte seiner Eltern und eine eigene Limousine verfügt, die vietnamesisch-stämmige Anh und den selbstbewussten Jason, der aus dem Handgelenk für die digitale Vernetzung der Kindergang sorgt.

Emil, das unerfahrene „Landei“, ist begeistert von der Vielfalt in einer Stadt, in der sich Widersprüche und Gegensätzlichkeiten spielerisch auflösen, die Kinder vorurteilsfrei und uneigennützig handeln und Emil zu mehr Mut und Selbstbewusstsein ermuntern. Damit ist der Film am Ende ein flott erzähltes Märchen, unterhaltsam und dank der tollen Leistungen der jungen Darsteller*innen durchaus sympathisch. Die aufrichtige Wärme und die herzliche Verbundenheit der Menschen, die Erich Kästners Roman auszeichnet, suchst du im Film leider vergebens. Die gute Nachricht daran: Es lohnt sich immer noch, das Buch zu lesen!